Briefmarken-Deutsches-Reich

 

Bildvergrößerung Michel Nr. 908

Briefmarken-Gedenkausgabe zum Volksturm Ausgabe im Februar 1945

Deutesches Reich Briefmarke Michel Nr. 908

Der Wert der 908 ist 12 Rpfg und wäre somit das Fernporto für die erste Portostufe. Briefe aus dieser Zeit mit dieser Briefmarke sind sehr selten und werden um die 20,00 EUR im Online Auktionshaus bezahlt. Der Zuschlag zu 8 Rpfg, am Ende des Krieges relativ gering, ging nicht in den Volkssturm. Der Volkssturm hätte dieses Geld dringend gebraucht. Auf dem Motiv sind drei Volkssturmmänner unterschiedlichen Alters vor einem vorwärts stürmenden Adler zu sehen. Der mittlere Mann trägt ein MG und die beiden äußeren Männer tragen ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett. Der Volksturm war das letzte Aufgebot der Nazi Diktatur um gegen die Alliierten vorzugehen. Per Erlass von Adolf Hitler vom 25. September 1944 wurde die Bildung des deutschen Volkssturm befohlen. Im Volkssturm sollten alle bisher nicht eingezogenen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren einberufen werden. Erfasst wurden ca. 6 Mio. Personen, wie viele von ihnen tatsächlich zum Einsatz kamen, ist nicht ermittelbar. Die Suchdienste hatten nach dem Krieg 175000 Vermisste registriert. Der Reichsführer SS Heinrich Himmler war als Befehlshaber des Ersatzheeres verantwortlich für die militärische Organisation, die Ausbildung, Bewaffnung und Ausrüstung des deutschen Volkssturm. Meist war der Volkssturm unzureichend bewaffnet. Die Bewaffnung bestand aus Beutewaffen für die es oft keine oder nur wenig Munition gab. Über schwere Waffen wie Panzer oder Artillerie verfügte der Volksturm nicht. Die schwerste Waffe war, wenn es hoch kam die Panzerfaust. Der Kampfeinsatz des deutschen Volkssturm erfolgt nach den Weisungen Adolf Hitlers und durch den Reichsführer SS als Befehlshaber des Ersatzheeres. Himmler war mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert und versagte vollkommen als Heeresführer. Goebbels ließ hierzu extra einen in Farbe gedrehten Monumentalfilm Kolberg als Propagandafilm drehen. Der Film Großfilm Kolberg des Regisseurs Veit Harlan wurde am 30. Januar 1945, dem 12. Jahrestag der nationalsozialistischen „Machtübernahme“, gleichzeitig in Berlin und in der umkämpften Atlantikfestung La Rochelle (U-Boot-Hafen) uraufgeführt. Manche historische Quellen behaupten, es sei nicht mehr zur Aufführung des Filmes gekommen. Berlin sei schon zu sehr zerstört gewesen sein. Außer in Goebbels privater Wohnung sei der Film vor ausgesuchtem Publikum gezeigt worden. Schon 1943 beauftragte Dr. Joseph Goebbels den Regisseur Veit Harlan zu seinem Großfilm Kolberg - Zitat Goebbels Schreiben: "Hiermit beauftrage ich Sie, einen Großfilm "Kolberg" herzustellen. Aufgabe dieses Films soll es sein, am Beispiel der Stadt, die dem Film den Titel gibt, zu zeigen, dass ein in Heimat und Front geeintes Volk jeden Gegner überwindet. Ich ermächtige Sie, alle Dienststellen von Wehrmacht, Staat und Partei, soweit erforderlich, um ihre Hilfe und Unterstützung zu bitten und sich dabei darauf zu berufen, dass der hiermit von mir angeordnete Film im Dienste unserer geistigen Kriegführung steht

Der Agfacolor-Film der UFA basiert auf dem Schauspiel Kolberg Paul Heyses und der Autobiografie Joachim Nettelbecks. Alls Propagandafilm sollte der Film Kolberg in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges den Durchhaltewillen der Deutschen stärken. Der Film handelte von der Belagerung Kolbergs durch die französischen Truppen Napoleons. Um die Belagerung Kolbergs als historisches Beispiel für einen erfolgreichen Endkampf zu deuten, wurde eine Rahmenhandlung (zu Beginn und am Ende des Films) in das Jahr 1813 gelegt. Darin überzeugt Gneisenau den preußischen König Friedrich Wilhelm III. durch die Schilderung der Rettung Kolbergs davon, sein Volk zum Kampf gegen Napoleon im Sinne der Einheit von Volk und Armee aufzufordern. Das Lied in dem Film mit dem Text "Volk steh auf, Sturm brich los", sollte das Deutsche Volk zur letzten Aufbäumung gegen die alliierte Übermacht bewegen. Diesen Satz verwendete Dr. Joseph Goebbels in einer seiner berüchtigten Propagandareden und ist auch auf dieser Briefmarke gedruckt: "Ein Volk steht auf. wer den Film mit historischem Wissen betrachtet, dem kommt automatisch Gänsehaut. Als wenn der Film ein Menetekel zum Untergang am 2. Mai 1945 von Berlin ist.

Der Farbfilm wurde mit 8,8 Millionen Reichsmark oder 110 Millionen EUR Produktionskosten der teuerste Film in der Zeit des Nationalsozialismus. Es wirkten tausende Wehrmachtssoldaten als Statisten sowie mehr als tausend Pferde mit. Angesichts der schwierigen Kriegslage war der Film Kolberg ein gewaltiger Aufwand. Um das Drehen von Schneeszenen im Sommer zu ermöglichen, wurden einmal 100 Eisenbahnwaggons mit Salz an den Drehort in Pommern gebracht.

Goebbels hat den Film nach Fertigstellung erheblich gekürzt. In Anbetracht der verheerenden Bombenangriffe auf deutsche Städte wollte Goebbels die aufwändigen Szenen, in denen Kolberger Bürger von der übermächtigen Artillerie Napoleons dahingemetzelt werden, dem deutschen Zuschauer nicht zumuten wollte. Dem Schnitt fiel auch die Todesszene des Prinzen Louis Ferdinand zum Opfer.

Diese Briefmarke zeigt wie Menschenverachtend das Nazi Regime und deren Führung auch gegenüber dem Deutschen Volk war. Damit Adolf Hitler und seine Vasallen länger leben konnten, denn alle wussten schon 1942, dass sie Kriegsverbrecher waren und die Alliierten sie auf das Schafott oder zum Galgen führen würden, also damit die Verbrecher länger leben konnten wurden zu tausenden blutjunge und alte Männer dem Tode geweiht. Genützt hat der Einsatz des Volksturm niemanden. Kampfunerfahren, schlecht ausgebildet und super schlecht ausgerüstet taugte der Volksturm nur als Kanonenfutter für die Kanonen der Alliierten. Der Volkssturm war keine Partisanenarmee, eine Armbinde mit der Aufschrift „Deutscher Volkssturm – Wehrmacht“ machte seine Angehörigen als Kombattanten kenntlich, auch wenn sie in der Uniform der Hitler-Jugend oder in Zivilkleidung kämpften. Im Durcheinander des Kriegsendes und der Materialknappheit konnte nicht immer die Armbinde verteilt werden. Skandalös war der von der Reichsführung praktizierte Umgang in Fragen der Rechtsstellung des Volkssturm. Das Auswärtige Amt machte darauf aufmerksam dass, um einen Kombattanten-Status gemäß der Haager Landkriegsordnung (HLKO) für diese Miliz zu erlangen, der Volkssturm bei den kriegführenden Parteien gemeldet sein müsse. Denn nur als Kombattanten genossen die Volkssturmmänner den völkerrechtlichen Schutz als Kriegsgefangene. Wurden von den Deutschen Gegnern Volkssturmmänner gefangen genommen, bestand die Gefahr, dass die Mitglieder des Volkssturm als Partisanen behandelt wurden. Sie wurden standrechtlich abgeurteilt sowie sofort erschossen. Das Deutsche Auswärtige Amt sah in der Ziffer 1 des Volkssturmerlasses rechtlich betrachtet ein äußerst problematischer Fall. Hier hieß es, dass "der Volksturm den Heimatboden nicht nur mit den Waffen, sondern mit allen Mitteln verteidigen werde, die dafür geeignet sind." Diese Formulierung widersprach ganz klar der Haager Landkriegsordnung, die eben gerade bestimmte Mittel der Kriegsführung untersagte. Weil SS Führer Heinrich Himmler auf diese mehrfach geäußerten Hinweise nicht reagierte, zeigte schließlich das Auswärtige Amt eigenmächtig über die Schutzmächte (Schweiz, Schweden) die Bildung des Volkssturm gegenüber den Alliierten an. Frankreich, England und die USA erklärten daraufhin, daß sie die an der Westfront kämpfenden Volkssturmeinheiten ohne Anerkennung einer Rechtspflicht nach dem Kriegsvölkerrecht behandeln würden, soweit diese einheitlich gekennzeichnet seien, ihre Waffen offen tragen und die Bestimmungen des Kriegsrechts einhalten würden. Die Sowjetunion lehnte dies wegen des völkerrechtlich fragwürdigen Status des Volkssturm ab. Dies war umso schlimmer, da Volkssturmheiten bei den Kämpfen mit den Russen in Berlin zu tausenden zu Tode kamen. Nach dem Volkssturmerlass hätten die Volkssturmangehörigen innerhalb der Einheit einheitlichen Uniformen tragen müssen und amtlich gestempelten Armbinden mit der Aufschrift

DEUTSCHE WEHRMACHT

DEUTSCHER VOLKSSTURM – WEHRMACHT

Und der Volksturm hätte mit Kombattantenausweisen ausgestattet sein sollen. Aber schon bei den Armbinden lag manches im Argen, weitestgehend selbst gebastelt, waren sie oft nicht einheitlich. Es gab nur vier unterschiedliche Dienstgrade beim Volkssturm: Gruppenführer, Zugführer, Kompanieführer und Bataillonsführer. Da die Wehrmacht nicht ausreichend Uniformen zur Verfügung stellen konnte, trugen zahlreiche Volkssturmangehörige „Phantasieuniformen“, so etwa diejenige der Reichsbahn, umgefärbte Partei- oder HJ-Uniformen, alte Uniformen des kaiserlichen Heeres oder gewöhnliche zivile Anzüge. Den Zuschlag von 8 Rpfg hätte der Volkssturm also gut gebrauchen können. Am Verlauf des Krieges hätte dies nichts geändert. es zeigt nur, dass Adolf Hitler bis zu seinem Ende über erhebliche Geldbeträge verfügen wollte. Die 8 Rpfg gingen zu Gunsten des Kulturfonds des Führers über den Adolf Hitler vom Staate unkontrolliert verfügen konnte. Die Reichspost hat die Auflage diese Briefmarken verschwiegen. Anzunehmen ist, dass die Auflage der Michel Nr. 908 in die Millionen ging.

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