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Briefmarken-Besprechung MiNr.: 479 481

Briefmarken Deutsches Reich "Tag von Potsdam"

Das Team von German Reich hat sich die Mühe gemacht und stellt hier einige interessante Briefmarken des Deutschen Reiches mit Daten und in Großbildaufnahmen vor. Alle Briefmarken befinden sich im Archiv von German-Reich. Fangen wir mit der Briefmarken - Ausgabe der Michel Nummer 479 - 481 an. Diese Briefmarken - Ausgabe ist auch unter der "Alte Fritz Briefmarken" oder "Tag von Potsdam" bekannt!

Mit der Michel Briefmarken - Ausgabe Nummer 479 - 481 welche ausgegeben von der Reichspost am 12. April 1933 wurde vom Deutschen Reich ein "Neues Kapitel" in der Nutzung der Briefmarken aufgeschlagen. Die Nationalsozialisten waren die ersten Machthaber im Deutschen Reich welche von Anfang an die Briefmarke und deren Sonderstempel als Propaganda - Träger instrumentalisierten. Die Nationalsozialisten suchten die legal errungene Machtübernahme vom 30. Januar 1933 zu festigen. Adolf Hitler und Größen der NSDAP wie Göring und Goebbels strebten von nun an die absolute diktatorische Macht im Deutschen Reich an. Sie nutzten jede Gelegenheit historischen Gegebenheiten und Personen Deutscher Geschichte zu benutzen um den absoluten Machtanspruch der NSDAP gegenüber dem Deutschen Volk zu begründen. Galt es einfach formuliert dem Deutschen Volk verständlich zu machen, dass es nicht mehr in einer Demokratie lebte. Viele Deutsche trauerten nach wie vor dem Kaiserreich und dem verlorenen ersten Weltkrieg 1914 - 1918 nach. Der Militarismus hatte in der Deutschen Gesellschaft des Deutschen Reiches von 1933 nach wie vor eine große Akzeptanz. Viele Deutsche träumten nach wie vor den Traum einer Großmachtstellung des Reiches in der Weltgemeinschaft. Der Versailler Friedensvertrag mit seinen strengen Auflagen und der Verpflichtung hohe Kriegsreparationszahlungen an Frankreich und die Alliierten zu zahlen wurde als unerträgliche Knechtung der Deutschen empfunden.

Vor allem die Person König Friedrich des Großen (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam) oder König Friedrich der II. von Preußen, alter Fritz genannt, hatte in dem Nachkriegsdeutschland von 1933 eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Preußenkönig verkörperte für fast alle Deutschen den erfolgreichen deutschen "Militarismus". Damit der absolute Machtanspruch der Nationalsozialisten eine Rechtfertigung und Festigung erfuhr wurde der I. Reichstag mit nationaler Mehrheit am 21. März 1933 in der Garnisonskirche, der Paulskirche zu Potsdam abgehalten. An dem Ort und in der Kirche in dem sich die Gebeine des Preußenkönigs befanden. Welche Symbolfigur der deutschen Geschichte außer dem "Preußenkönig" konnte für die Deutsche Einigung und Einheit stehen. Der Reichstag in Berlin stand der Eröffnung des I. Reichstages mit nationaler Einheit nicht zur Verfügung. In der Nacht vom 27. auf den 28.2.1933 brannte der Reichstag aus und sollte für Jahrzehnte nicht mehr genutzt werden. So kamen die Nationalsozialisten auf diesen historisch sehr trächtigen Raum und Tag. Dieser Tag ging als "Tag von Potsdam" in die Deutsche Geschichte ein. Mit dem "Tag von Potsdam" gelang es Hitler und vor allem Goebbels durch die sehr große und umfangreiche mediale Unterstützung die Person Hitler, seine Regierung, Friedrich den Großen, das Königreich Preußen, das Kaiserreich und das Militär in eine Linie zu bringen. Adolf Hitler gab an die Deutschen und dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg feierlich das Versprechen, dass die politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik beendet seien. Die Briefmarken - Ausgabe zum "Tag von Potsdam" haben als Motiv den Preußenkönig Friedrich der II oder Friedrich der Große nach A. v. Menzel "Friedericus". Die Briefmarken wurden im Rastertiefdruck-Verfahren in der Reichsdruckerei Berlin gedruckt. Als Wasserzeichen kam das Wasserzeichen Waffeln zu tragen und die Briefmarken sind gezähnt 14 : 14 1/2. Diese Briefmarken zu 6, 12 und 25 Reichspfennig waren gültig bis zum 31.12.1935.

Michel Nr. 479 - 481 (Vergrößern bitte Bild klicken)

Michel Nummer 479 - 481

Briefmarken Friederich der Große, König in Preußen 1712 - 1786

Kleiner Exkurs zur Propaganda - Aussage der Briefmarken Deutsches Reich!

Bevor wir uns dem Thema Propaganda Aussage bei Briefmarken im Dritten oder Nazi Reich widmen wenden wir die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise wie die Regierung des Deutschen Reich und die Reichspost Briefmarken Propaganda Aussagen überhaupt genutzt hat. Wann und wie gewann eigentlich die Briefmarke eine Propaganda - Aussage? Erst mit den unter Sammlern bekannten "Germania" Briefmarken beschritt die Deutsche Reichspost um 1900 Neuland in der Verausgabung von Briefmarken. Das Neuland bestand darin, dass die Reichspost die ersten Versuche unternahm Briefmarken eine andere Aussagekraft zu geben. Nur Wappen auf Briefmarken darzustellen erschien den Entscheidungsträgern der "Reichspost" als zu "langweilig". Briefmarken bestanden und bestehen aus Papier. Man konnte sie einigermaßen vergrößern und diese dann mit schönen und interessanten Motiven versehen. Man erkannte auch, dass die Briefmarken auch eine Visitenkarte über die Leistungsfähigkeit eines Landes darstellten. Denn Briefmarken beruhen nicht nur auf graphischen und künstlerischen Fertigkeiten. Sie sind Zeugnis vieler technischen und chemischen Prozesse. Hierzu später mehr.

Die Fokussierung auf die Motivauswahl bestand somit darin die Aussagekraft einer Briefmarke auszuweiten. Waren auf den zuvor erschienenen Briefmarken nur Porträts von Staatsoberhäuptern und Staatswappen zu sehen, ging man bei den Germania Briefmarken daran, graphisch anspruchsvollere Briefmarken zu drucken. Und man versuchte die Briefmarke als Propagandaträger zu nutzen. Fast als erschreckend zu bezeichnen ist die Tatsache, dass der Höchstwert der Germania Briefmarken Serie, die 5 Reichsmark Briefmarke welche im Jahre 1916 - 1918 als Kriegsdruck verausgabt wurde, in einem feurigen Rot gehalten ist. Diese Ausgabe bezieht sich vom Motiv her gesehen auf die Reichsgründungsgedenkfeier in Versailles. Der Reichsgründungstag war ein festlich begangener Tag zu jedem 18. Januar im Deutschen Reich. Er sollte an die Kaiserproklamation im Schloss von Versailles am 18. Januar 1871 erinnern. 1918 war mit dem Kaiserreich Schluss. 1945 war auch mit dem "Großdeutchen Reich" Schluss. Kurz bevor das Nazi Reich jämmerlich zugrunde ging, verausgabte es auch eine Briefmarkenausgabe in feurig rot. Die Michel Nummer 909 und 910 SA und SS Parteiformationen. Beide "Deutschen Reiche" waren für 2 Kriege und zig Millionen Toten und Opfer verantwortlich.

Am 4. Mai 1871 wurde der Norddeutsche Postbezirk von der Institution der "Reichspost" abgelöst. Zur Erinnerung, der Norddeutsche Postbezirk wurde am 1. Januar 1868 gegründet. Die jetzige "Reichspost" verfügte nicht über eigene Postwertzeichen. Aus diesem Grunde nutzte sie anfänglich Briefmarken vom Norddeutschen Bund. Dieser Zustand war nicht haltbar und man machte sich auf den Weg eigene Briefmarken zu verausgaben. So war die Reichspostführung und Führung des Deutschen Reich auf der Suche eines aussagefähigen Motivs für ihre Briefmarken. Bei der Motivauswahl nahm der Deutsche Kaiser erheblichen Einfluss. Zur Grundlage für die Gestaltung eines Motiv wurde die Proklamation Wilhelms zum Kaiser im Spiegelsaal des Schlosses Versailles. Denn dort prangte ein nach rechts schauender Adler. Ein Adler, der auf seiner Brust ein Schild mit dem Wappen der Hohenzollern trug. Im April 1871, also drei Monate nach der Proklamation ließ Kaiser Wilhelm I. das Hohenzollern-Wappen auf dem Brustschild durch den preußischen gekrönten Adler ersetzen. Dieses Wappen sollte auf den Wunsch von Kaiser Wilhelm dem I. (1871 – 1888) auf den ersten Briefmarken des Deutschen Reiches zu sehen sein. Der Grafiker Heinrich G. Schilling erstellte nach diesem Vorbild den Stich für die Prägung der Marken. Die Entwürfe wurden vom Kaiser genehmigt und die Briefmarken wurden aufwendig gedruckt. Es handelte sich hier um einen kombinierten Buch- und Prägedruck. Das bedeutet, dass im ersten Produktionsschritt im Buchdruck die farbigen Rahmen aufgedruckt wurden. Im zweiten Schritt wurde das Wappenbild eingeprägt.


Am 1. Januar 1872 erschienen die ersten Briefmarken des Kaiserreiches mit dem zuvor erwähnten Motiv. Briefmarken-Sammler unterschieden das Motiv auf den verausgabten Briefmarken später als "Kleines Brustschild – Michel Nr. 1 – 11, 14 - 15". Das Motiv bestand genau aus der sogenannten Aachener Krone versehen mit einem Kreuz links und ohne Bänder. Und es bestand aus dem Reichsadler mit einem kleinen Wappen in der Mitte. In diesem "kleinen Brustschild" befand sich der preußische Adler. Diese Briefmarken wurden nur ein paar Monate produziert und dann wurde die Produktion eingestellt. Menschen sind immer auf der Suche nach Perfektion. Und um die Aussagekraft einer Briefmarke zu bestätigen oder zu erhöhen sprach der Kaiser mit Heraldikern und Historikern. Diese Fachleute empfahlen dem Kaiser, dass der preußische Adler auf den Briefmarken durch das Wappen der Hohenzollern ausgetauscht werden müsste. Denn sie gaben zu bedenken, dass das Kaiserreich das Haus Hohenzollern regiere und nicht das Haus "Preußen". Ein halbes Jahr später wurden aus diesem Grund neue Briefmarken verausgabt. Sammler bezeichnen diese Briefmarken als "Großes Brustschild Michel Nr. 16 - 30". Im Motiv sieht der Betrachter eine Vierbügelkrone mit Reichsapfel und Kreuz in der Mitte sowie zwei Mitrabänder. Zentral befindet sich ein geänderter Reichsadler. Und im jetzt großen Brustschild befindet sich das Hohenzoller Wappen. Beide Briefmarkenausgaben sollten den Stolz der neu gewonnen politischen Zusammengehörigkeit aller Deutschen repräsentieren. Der Adler ist bis in die Tage der Bundesrepublik das Wappen des deutschen Staates geblieben. Dieser Adler findet sich in moderner Ausführung heute noch auf Münzen der BRD. Seit Jahrhunderten steht der Adler für eine Symbol von ausdauernder Kraft und sehr gute Sehfähigkeit um in die Ferne zu blicken. Fähigkeiten, die für jeden Herrscher wichtig sind. Folgend eine Katalognummer 5 – 2 Groschen Briefmarke mit kleinem Brustschild.

Michel Nr. 5
Michel Nr. 5
1872 2 Kreuzer kleines Brustschild

Ab dem 1. Januar 1900 entschloss man sich die Briefmarken mit dem Motiv "Brustbild Germania" zu versehen. Die Motivgrundlage erstellte Paul Eduard Waldraf (1870–1917). Anna Führing (* 6. März 1866 in Hamburg; † 2. November 1929 in Berlin) stand ihm als Germania-Büste in Berlin Modell. Sie wurde dadurch sehr berühmt. Anna Führing stellte bevor sie als Modell für das Motiv der Germania Briefmarken auserwählt wurde in Bühnenstücken die Germania dar. Dies tat sie auch im Jahre 1891 anlässlich eines Festspiels in Düsseldorf in Gegenwart Kaiser Wilhelms des II. Und so wurde der Kaiser auf sie aufmerksam. In Folge der Zeit trat man an sie heran und bat sie Modell für das Motiv der Germania Briefmarken zu stehen. Die Briefmarken wurde im Buchdruckverfahren in der Reichsdruckerei Berlin gedruckt.
Die Briefmarkenserie Germania besteht aus 60 Werten (ohne ihre Untertypen). Die Briefmarken wurden in unterschiedlichen Ausführungen, das bedeutet:

  • unterschiedliche Zähnung,
  • unterschiedliche Farben,
  • unterschiedlichen Gummi
  • Friedens und Kriegsdruck
  • sowie unterschiedlichem Papier gedruckt.

Diese dadurch entstanden Varianten, Besonderheiten und Seltenheiten üben bis heute auf viele Sammler eine Faszination aus. "Die Gemania-Briefmarken lösten von 1900 - 1920 als vierte Dauerserie der Deutschen Reichspost die Ausgaben "Brustschilde" (MiNr. 1–30), "Pfennige" (Ziffern bzw. Reichsadler, MiNr. 31–36) und "Pfennig" (gleiche Zeichnung mit veränderter Wertangabe, MiNr. 39–44) und "Krone - Adler" (MiNr. 45–52) ab". Quelle Wikepedia.

 

Wichtige Kriterien zur Auswahl des Motives "Germania"

Es war um 1900 durchaus üblich auf Münzen und Briefmarken die Herrscher des jeweiligen Landes abzubilden. Bei der Reichspost stand die Übernahme der bayrischen und württenbergischen Post an. Damit durch eine Abbildung des Kaisers auf die Briefmarken diese Übernahme nicht gefährdet wurde entschied man sich für ein neutrales Motiv. Und man wollte sich mit einem völlig anders ausgerichteten Motiv deutlich von den anderen zuvor verausgabten Briefmarkenserien absetzen. Letzendlich darf man nicht außer Acht lassen, dass Kaiser Willhelm der II. schon die Fähigkeit der Briefmarke als Botschafts- und Propagandaträger erkannt hatte. Diese potential wollte er zu gerne nutzen. Kaiser Wilhelm der II. hat die Entwürfe der Briefmarken persönlich überwacht. Und erhat die Entwürfe persönlich von Pual Eduard Waldraff angenommen und genehmigt. Auch ein späterer Herrscher und Diktator, Adolf Hitler (1933 - 1945), nahm einen sehr starken Einfluss auf die Motive und Art der Verausgabung der Briefmarken. Erinnern wir uns. Briefmarken sind gute Visitenkarten und preiswerte Informationsträger. Und man kann sogar sehr viel Geld mit ihnen verdienen.

Michel Nr. 86
Michel Nr. 5
10 Reichspfennig Germania

Das Motiv der "Germania" Briefmarken wurde bis 1921 genutzt. 12 Jahre fingen die Nationalsozialisten mit der Michel Briefmarken - Ausgabe Nummer 479 - 481 "Tag von Potsdam" die Briefmarke als Propaganda - Träger zu instrumentalisieren.

Michel Nr. 479 - 481 (Vergrößern bitte Bild klicken)

Michel Nummer 479 - 481

Briefmarken Friederich der Große, König in Preußen 1712 - 1786

Der “Tag von Potsdam” am 21. März 1933 suggerierte damals eine Versöhnung der jungen NS-Bewegung mit dem alten preußisch-konservativen Deutschland indem sich Hitler an diesem Tag vor Hindenburg verneigte und ihm somit „die Reverenz erwiesen“ hat. Denn der greise Hindenburg war in keiner Weise von dem wie er sagte "Böhmischen Gefreiten Adolf Hitler" begeistert. Nicht zu übersehen ist die Tatsache, dass der Reichspräsident Paul von Hindenburg selber sichtlich gerührt war über die Veranstaltung.

Hitler mit von Papen auf den Weg zur Garnisonskirche

 

Der "Tag von Potsdam" wurde von Dr. Goebbels, dem Propagandaminister Hitlers und Gauleiter der NSDAP in Berlin, als ein imposanter Festakt in der Potsdamer Garnisonskirche und in der ganzen Stadt Potsdam inszeniert. Presse und Rundfunk waren zugegen. Laden Sie sich hier den originalen Zeitbericht zum hören 8,2 Mb herunter. Dieser Bericht gibt den Zeitgeist der damaligen deutschen Gesellschaft wieder. Noch ist der Kommentator nicht voll Nationalsozialistisch indoktriniert. Vielmehr kommt der sehr starke der preußische und militaristische Geist durch, den das Deutsche Reich mindestens seit 1869 beherrschte. Dieser Zeitgeist war sehr durch den preußischen Militarismus und Preußentum geprägt. Präsident Paul von Hindenburg in der Garnisonskirche. Sogar ausländische Regierungsrepräsentanten waren anwesend. Der Radiobericht ist geprägt von Kirchenglocken und Kirchenmusik sowie Marschmusik preußischer Kapellen. Für den Reporter scheint es sehr wichtig zu sein, dass diese Veranstaltung vor dem Grabe Friederichs den Großen vollzogen wurde.

 

Original Rundfunkbericht mit Rede nur Hindenburg 21. März 1933

 

Die Garnisonskirche am Tag von Potsdam

 

 

Der Reichspräsident Paul von Hindenburg fährt vor

 

Hindenburg im Kreise seiner Familie und Pfarrer

 

Das Militär lässt es sich nehmen vorbei zu defilieren

 

Erst am 21. März 1933, dem „Tag von Potsdam“, hatten sich somit die alten preußischen Eliten und das neue nationalsozialistische Regime durch den von Goebbels geschickt eingefädelten symbolpolitischen Festakt in der Potsdamer Garnisonskirche miteinander versöhnt.

 

 

Rundfunkbericht - Rechtfertigung von Hindenburg und Reichskanzler Hitler

Rundfunkrede im mp3 Format ca. 3,41 Mb. Gegenseitige Lobesrede auf Hindenburg und die Neue Reichsregierung. Erstaunlich immer wieder die Behauptungen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, wie sehr er der Neuen Regierung sein Vertrauen schenkte, eine Regierung die zudem durch noch freie Wahlen vom Volk gewählt wurde. Adolf Hitler ergeht sich in diesem Redeausschnitt in ein Lobgesang auf den Greisen tapferen Feldmarschall und Reichspräsidenten Hindenburg.

In der Garnisonskirche zu Potsdam zur Reichstagseröffnung mit Reichspräsident von Hindenburg gab Hindenburg folgendes von sich: „Möge der alte Geist dieser Ruhmesstätte auch das heutige Geschlecht beseelen, möge er uns…in nationaler Selbstbesinnung…zusammenführen zum Segen eines in sich geeinten, freien, stolzen Deutschland…“.

 

Adolf Hitler wollte Hindenburg in nichts nachstehen und sprach folgende Worte: „In unserer Mitte befindet sich ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall .... Heute, Herr Generalfeldmarschall, lässt die Vorsehung (Bemerkenswert das Adolf Hitler schon hier von einer Vorsehung gesprochen hat. Nach dem Attentat vom 20.0Juli 1944 soll diese Vorsehung von Adolf Hitler öfters als Begründung für seinen totalen Machtanspruch herhalten. Adolf Hitler fühlte sich durch eine Vorsehung als eine Art Messias zu den Deutschen gesandt) ... lässt die Vorsehung Sie Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes .... In einer einzigartigen Erhebung hat das Volk in wenigen Wochen die nationale Ehre wieder hergestellt…“.

Am 21. März 1933 hielt Dibelius, der den Machtantritt Adolf Hitlers begrüßte in seiner Eigenschaft als zuständiger Generalsuperintendent die Festpredigt am "Tag von Potsdam" in der Kirche. Darin lobte er die neuen Machthaber für die Maßnahmen nach dem Reichstagsbrand, mit denen Regimegegner verhaftet und staatsbürgerliche Rechte weitgehend außer Kraft gesetzt worden waren, warnte aber auch vor den Gefahren einer Diktatur:

"Durch Nord und Süd, durch Ost und West geht ein neuer Wille zum deutschen Staat, eine Sehnsucht, nicht länger, um mit Treitschke zu reden, einer der erhabensten Empfindungen im Leben eines Mannes' zu entbehren, nämlich den begeisterten Aufblick zum eigenen Staat."

Dibelius berief sich mit Treitschke auf einen Antijudaisten des 19. Jahrhunderts. Ebenfalls in der Nikolaikirche sagte Dibelius:

"Wir haben von Dr. Martin Luther gelernt, dass die Kirche der rechtmäßig staatlichen Gewalt nicht in den Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist. Auch dann nicht, wenn sie hart und rücksichtslos schaltet. Wir kennen die furchtbaren Worte, mit denen Luther im Bauernkrieg die Obrigkeit aufgerufen hat, schonungslos vorzugehen, damit wieder Ordnung in Deutschland werde. Aber wir wissen auch, dass Luther mit demselben Ernst die christliche Obrigkeit aufgerufen hat, ihr gottgewolltes Amt nicht zu verfälschen durch Rachsucht und Dünkel, dass er Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gefordert hat, sobald die Ordnung wiederhergestellt war."


Nachdem die Festpredigt geendet hatte fand eine Militärparade vor ca. 250 000 Hakenkreuz- u. schwarz-weiß-rote Fähnchen schwenkenden Deutschen statt. Der „Tag von Potsdam“ geht einher mit der Installation, eines der verbrecheristen und skrupellosesten Regimes, den die Welt je gesehen hat.

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Hunderttausende begleiten am 21. März 1933 den Staatsakt
 

Reichswehr, das Bürgertum und Nazis sind "Eins" geworden


Der Reichstag trat noch am selben Tag seine erste Sitzung in der Krolloper in Berlin an. Die Krolloper wurde vorübergehend als Sitzungssaal genutzt, da die alte Reichskanzlei wegen Brandschatzung nicht mehr zu nutzen war. Nach dieser erfolgreichen Vereinigung von Nazis und dem Bürgerlager der für die Nazis verhassten Weimarer-Republik wurde die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung erlassen. Das bedeutete, dass die Nazis daran gingen, den liberalistischen Staat in einen zentral gelenkten und somit gleichgeschalteten Staat umzuwandeln.

 

Beispiele für die Gleichschaltung von Millionen von Deutschen

 

Schon seit Jahren veranstalteten die Nazis in Nürnberg zu ihren Reichsparteitagen riesige Massenkundgebungen. Folgend eine Aufnahme auf dem Luitpold Hein in Nürnberg 1937. Die Reichsparteitag wurden nicht nur mit Massen von Menschen abgehalten. Das ganze Reich wurde per Medien wie Zeitungen und Rundfunk in das Geschehen eingebunden.

 

Adolf Hitler sprich am Luitpoldhain in Nürnberg

Adolf Hitler in der Luitpold Hein in Nürnberg

 

Es kann niemand sagen, er hätte nicht gewusst was auf Deutschland zukam

 

Adolf Hitler nimmt die Parade des NSKK in Nürnberg ab

Adolf Hitler Paradeabnahme des NSKK in Nürnberg 1937

Obiges Bild dokumentiert die bei den Reichsparteitagen stattfinde Parade-Abnahme verschiedener Nazi Organisationen. Auf dem Bild befinden sich die Naziverbrecher in Nürnberg zur Zeit des Reichsparteitag am Adolf Hitler Platz. Im Auto auf dem Bild ist Adolf Hitler zu sehen, rechts neben dem Wagen steht Hermann Göring, welcher in jener Zeit auch ein oberster SA Führer war. Der 2. Mann von links gesehen ist Rudolph Hess, zu diesem Zeitpunkt noch der Stellvertreter des Führers. Rechts von Hess steht ein NSKK Führer (NSKK steht für das nationalsozialistische Fahrerkorps). Die Machtübernahme über das Deutsche Reich durch die Nazis sorgte in Folge für tiefgreifende Änderungen oder Beschränkungen des Gesellschaftlichen Leben.

Die Gerichtsbarkeit wird stark auf die Nazis

 

Eine der gesellschaftlichen Veränderungen war die Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten am 21. März 1933. Diese Sondergerichte bezeichnete Dr. Goebbels in Rundschreiben an alle Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte als „Standgerichte der inneren Front“. Die Sondergerichte sind zuständig für die in der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 83) und der Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 135) bezeichneten Verbrechen und Vergehen, soweit nicht die Zuständigkeit des Reichsgerichts oder der Oberlandesgerichte begründet ist. Es entfielen hier einige grundsätzliche Regelungen in der Strafverfolgung. Diese Regelungen ermöglichte es den Nazis auch politisch, ethnisch und kulturell verfolgte Menschen rechtlos zu stellen. Den in Folge galt es als ein schweres Delikt zum Beispiel ein SPD Anhänger, also Sozialdemokrat zu sein. Bei den Änderungen entfiel die bei schweren Delikten üblichen gerichtlichen Voruntersuchung. Die Ladungsfrist vor Gericht wurde auf 3 Tage reduziert und Richter konnten Beweisanträge der Verteidiger ablehnen. Die zu jenem Zeitpunkt tätigen Juristen verstanden sich später als „Panzertruppe der Rechtpflege“.

 

Das Volk wurde systematisch zu einer Kampf- und Opfergemeinschaft herangezogen.

 

Konzentrationslager wurden eingerichtet

Bevor diese Kampf und Opfergemeinschaft gestaltet und von den Nazis erzogen wurde, wurden KZ, also Konzentrationslager eingerichtet. In diesen verbrachte man zu Anfang des Regimes erst einmal die "Politischen Feinde". Somit entledigte sich die Regierung einer demokratischen Opposition. In den folgenden Jahren sollte das Recht in Deutschland systematisch so gebeugt werden, das ethnische Gruppen wie Zigeuner, Juden, Russen und andersdenkende in ein KZ eingewiesen werden konnten.

 

Es war allen Beteiligten welche von 1933 - 1945 administrative Posten im Deutschen Reich inne hatten eindeutig klar, dass es rechtsstaatlich betrachtet rechtswidrig war diese Gruppen einzusperren oder sogar zu töten.

Fieberhaft wurden Gesetze neu erfunden, angepasst, verändert und gebeugt um der Verfolgung "Andersdenkender" und "ethnisch Verfolgter" rechtlich Habhaft werden zu können. Dieser nicht einfache Vorgang alleine gehört zu den größten Verbrechen der Nazis. Allen war klar, dass es rechtstaatlich gesehen ein Verbrechen war, Menschen einzusperren und dadurch zu Tode kommen zu lassen.

Wenn nur ein Mensch durch staatliche Macht in der Haft oder sonst so zu Tode kommt, dann ist das rechtsstaatlich gesehen ein Verbrechen. Solch eine Regierungsform hätte auch nach damaligen Recht abtreten müssen. Nicht ohne Grund wurden viele Vernichtungslage Anfangs im besetzten östlichen Raum eingerichtet. Hier konnte man sich dann rechtsstaatlich auf das Kriegsrecht berufen.

 

Diesen Zusammenhängen wird nach Auffassung des Verfassers zu wenig Aufmerksamkeit in der Geschichtsbetrachtung gegeben. Auch die Nazis wussten alle, aber wirklich alle, dass es als Staatsmacht nach den von 1933 vorherrschenden Gesetzen verboten und verbrecherisch war Menschen zu verfolgen und zu töten.

Trotzdem wurden recht schnell nach der Machtübernahme KZ eingerichtet und politisch Unbequeme Bürger ermordet.

 

Auszug aus dem „Völkischen Beobachter“ vom 21. März 1933: „ Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das 1.Konzentrationslager mit einem Fassungsvermögen für 5.000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommunistischen und soweit...notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist...diese Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen...“.

Das KZ Dachau (Torinschrift: Arbeit macht frei) hatte als Kommandanten unter anderem Hilmar Wäckerle, Theodor Eicke, Hans Loritz, Martin Weiss, Heinrich Deubel, Alex Piorkowski. Die Lagerärzte waren unter anderem Dr. Enno Lolling, Dr. Rudolf Brachtel, Dr. Sigmund Rascher, Dr. Claus Schilling, Dr. Fritz Hintermayer, Dr. Helmuth Vetter und Dr. Wilhelm Witteler.

Das KZ Dachau hatte 1945 125 Außenstellen und darunter ca. 200 000 Häftlinge. An den KZ Insassen wurden grausame und menschenverachtende medizinische Versuche vorgenommen. Phlegmonenversuche wurden an katholischen Pfarrern und Ordensbrüdern vorgenommen. Es wurden Unterkühlungs-, Unterdruck- und Malariaerregerversuche und viele andere Experimente vorgenommen. Diese Versuche töteten eine unbekannte Zahl der Häftlinge qualvoll. Neben 30 000 registrierten Toten werden ab 1941 tausende sowjetische Kriegsgefangene erschossen und Nichtregistrierte Häftlinge durch Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Folter, Erschießen, Erhängen und Spritzen getötet.
 

22.03.1933 sendete Dr. Alfons Stauder, Leiter des Hartmannbundes, ein Telegramm an den Reichskanzler Hitler: „Die ärztlichen Spitzenverbände... begrüßen freudigst den entschlossenen Willen der Reichsregierung der nationalen Erhebung, eine wahre Volksgemeinschaft aller Stände, Berufe und Klassen aufzubauen und stellen sich freudigst in den Dienst dieser großen vaterländischen Aufgabe mit dem Gelob treuester Pflichterfüllung...“, . Er gelobte treueste Pflichterfüllung als Diener der Volksgesundheit.

 

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